Björn Eggert empfängt sechs Delegierte der Vereinigung israelischer Jugendverbände im Abgeordnetenhaus.
„Welcome to the house of parliament of Berlin”, mit diesen Worten beginnt die Mitarbeiterin des Abgeordnetenhauses die Führung durch das Haus. Die Gäste aus dem fernen Israel schauen sich im Foyer des Abgeordnetenhauses um. Und schon hier berichtet die Besucherführerin spannendes über die Architektur: Zum Beispiel, warum die Treppen an der Seite und nicht in der Mitte liegen: Das Haus musste etwas versetzt nach hinten gebaut werden, um dem gegenüberliegenden Gebäude nicht die Sonnenstrahlen zu nehmen. Eine Treppe nach vorn wäre zu groß und lang gewesen. Wer hätte das gedacht?
Gespannt folgt die Delegationsgruppe durch das Gebäude, vom Foyer in den Filmsaal, von dort in das Casino und schließlich in den Plenarsaal. Hier sind die Vertreter des Israelischen Jugendrates besonders interessiert. Sie durchlöchern die Mitarbeiterin des Hauses mit Fragen rund um das politische Deutschland: „Warum ist Europarecht höherrangig?”, „Warum war Berlin nicht schon immer Hauptstadt?”, „Sind Bundes- und Landeswahlen gleichzeitig?”.
Auch die Besucherführerin hat eine Frage: „Was glauben Sie, warum sind die Mikros der Abgeordneten kürzer, als die der Regierung?”. Einer der sechs Delegierten kennt die Antwort: „Weil die Abgeordneten nicht stehen müssen, wenn sie sprechen, die Regierung schon.”
Die über einstündige Führung vergeht wie im Flug, allerdings folgt nun der nächste spannende Programmpunkt und der eigentliche Grund des Besuches: Die Delegationsgruppe trifft den Björn Eggert. Der SPD-Abgeordnete ist nicht nur Mitglied im Ausschuss Jugend, Bildung und Familie, er arbeitet gleichzeitig als politischer Referent für einen Jugendverband: Die Naturfreundejugend. Der perfekte Gesprächspartner. Die Delegierten nutzen die Chance und stellen unzählige Fragen. Besonders interessieren sie sich für den Spagat zwischen den beiden Berufen. Björn Eggert berichtet aus seinem Alltag: „Montags, mittwochs und freitags bin ich Referent. Dienstags, donnerstags, abends und am Wochenende bin ich Politiker.” Auch dem geschichtlichen Exkurs lauschen die israelischen Gäste gespannt: „Die Naturfreunde wie auch die SPD wurden während des Nationalsozialismus verboten” erklärt Björn Eggert.
Zum Ende des Gespräches gibt es auch eine Überraschung für den Gastgeber: Eine der Reisenden übergibt ihm im Namen der Gruppe einen Wimpel des israelischen Jugendrates. Björn Eggert schätzt diesen Besuch besonders: „Es ist sehr wichtig, dass wir Jugendverbände uns vernetzten, nicht nur in Berlin und in Deutschland, sondern weltweit.”